Verkauf Gemeindewald Merzig – wie stehen wir dazu

Am 04.06.2025 veröffentlichte die Kreisstadt Merzig in ihrem Amtsblatt ein Interessenbekundungsverfahren zum Verkauf eines beträchtlichen Anteils kommunaler Waldflächen. Es geht um rund 80 ha – also fast ein Quadratkilometer.

Dem widersprechen wir als NABU Merzig e.V. und auch als Merziger Bürgerinnen und Bürger ganz deutlich!

Der Merziger Wald ist ein generationenübergreifendes Eigentum aller Merziger Bürgerinnen und Bürger, das zu veräußern sich grundsätzlich verbietet!

Er darf nicht verkauft werden, weil sämtliche mit dem Wald verbundenen Ökosystemleistungen und Wohlfahrtswirkungen (Wasserspeicherung, Sauerstoffproduktion, Klimastabilisierung, Arten- und Biotopschutz, Lebensraumfunktion und Biodiversität, Erholungsfunktion, nachhaltige Holzproduktion, …) in öffentlicher Hand immer am besten aufgehoben sind und im Sinne der Allgemeinheit erhalten werden können.

Der mögliche Verkauf dieser Fläche wird damit gerechtfertigt, dass die Stadt Merzig vor großen finanziellen Herausforderungen steht.

Jedoch ist der Verkauf von Wald zur kurzfristigen Abmilderung der finanziellen Nöte der Stadt auch aus wirtschaftlicher Sicht zu kritisieren. Die finanzielle Problemlage ist struktureller Natur und nicht mit einem Ausverkauf des städtischen Waldes zu kurieren.

Ist der Wald erst verkauft, ist er weg – ein für alle Mal! Der Erlös kann auch nur einmal ausgegeben werden. Alle zukünftig möglichen Nutzungen des Waldes liegen dann aber in privater und nicht mehr in öffentlicher Hand.

Im 21. Jahrhundert, einer Zeit, in der die großen Herausforderungen Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ressourcenknappheit heißen, ist eine solch kurzsichtige Entscheidung nicht nachvollziehbar.

Ein ganz besonders bitterer Beigeschmack ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich bei der zum Verkauf anstehenden Fläche laut der Ausschreibung um einen Eigenjagdbezirk, noch dazu ein Hochwildrevier (Hochwild = Rotwild/Hirsche) handelt.  Es stellt sich unweigerlich die Frage, ob man mit diesem Verkauf eventuell den Begehrlichkeiten solventer Jägerinnen und Jäger entgegenkommen möchte?

Wir erlauben uns an dieser Stelle auch die Frage, ob der Merziger Stadtrat – ein Gremium, das für jeweils nur 5 Jahre gewählt ist – das richtige Organ ist um über den Verkauf dieser Jahrhundert-Ressource zu entscheiden. Eine so weitreichende und folgenschwere Entscheidung sollte nicht ohne eine Bürgerbefragung erfolgen.

Schließlich möchten wir daran erinnern, dass die städtische Verwaltung und somit auch der von den Merziger Bürgerinnen und Bürgern direkt gewählte Oberbürgermeister nach bestem Wissen und Gewissen FÜR ALLE Merziger Bürgerinnen und Bürger, auch die zukünftigen, handeln sollte.

Diese Prämisse ist unseres Erachtens mit diesem Vorhaben nicht vereinbar.

Deshalb noch einmal: Der Merziger Wald darf nicht verkauft werden. Er gehört uns allen und so soll es bleiben!

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